Wer ist Maurice Brocco?

Der gelernte Metzger aus Fismes in Frankreich hat durch seine trotzige Art bei der Tour de France 1911 einiges durcheinander gebracht. Nachdem er eine Etappe gewonnen hatte, ihm aber klar war, keine Chance mehr auf den Gesamtsieg zu haben, bot er seinem Konkurrenten Fracois Faber an, sein Schrittmacher zu sein.

Vermutlich gegen Geld. Der Tour de France-Chef Henri Desgrange disqualifizierte ihn daraufhin von der Tour und bezeichnete ihn als „Domestik“. Damals noch ein abwertender Begriff für Dienstboten, etablierte sich dieser Begriff sehr schnell für Helfer der Mannschaft im Radsport. Die Taktik, dass ein oder mehrere Fahrer für den Sieg eines anderen fahren, ist heutzutage in vielen Profiteams gängige Praxis.

Von seinen Fans wurde Maurice Brocco mit einem Ruf angefeuert, der sich wie „Coco Hardi“ anhörte.

Der sympathische Holländer Willem Rijpers nennt seinen Fahrradladen im Leipziger Osten genau so und veranstaltete am Todestag von Brocco ein Fahrradrennen. Selbstverständlich kein normales. Ein Langstreckenrennen, auch Brevet genannt, gemixt mit Inhalten eines Alleycats. Es gab eine vorgegebene Strecke, die in eine bestimmte Richtung gefahren und innerhalb von 24 Stunden bewältigt werden musste sowie mehrere Kontrollpunkte, an denen man sich zum einen sein Manifest abstempeln lassen lies und zum anderen aber auch ausruhen und verpflegen konnte. Bei Rennen dieser Art geht es mehr darum, eine gute gemeinsame Zeit zu haben, als um ehrgeizige, sportliche Ziele oder den Sieg.

Am Samstag, den 25. Juni ging es von Leipzig über Chemnitz nach Dresden, von dort in die Dübener Heide, weiter nach Halle und dann zurück nach Leipzig.

Team Pistrada bei der Maurice-Brocco-400 2016

Wir konnten auf Grund unserer Öffnungszeiten erst drei Stunden später starten. Darum entschieden wir, das Ganze ein wenig entspannter anzugehen und die Tour für ein paar Filmaufnahmen zu nutzen.